Standesamtlich heiraten: Anmeldung, Unterlagen, Ablauf & Kosten
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Standesamtlich heiraten: Anmeldung, Unterlagen, Ablauf & Kosten

Von LET IT CLICK|11. August 2026

Standesamtlich heiraten: Anmeldung, Unterlagen, Ablauf & Kosten

Ihr habt Euch verlobt – herzlichen Glückwunsch! Bevor gefeiert wird, steht ein Termin an, der eure Ehe überhaupt erst offiziell macht: die standesamtliche Trauung. Und die wirft bei fast allen Paaren dieselben Fragen auf. Wann müssen wir uns anmelden? Welche Unterlagen brauchen wir? Und was kostet das Ganze eigentlich? Hier kommen die Antworten, ohne Amtsdeutsch.

Die Anmeldung zur Eheschließung: früher dran sein lohnt sich

Die Anmeldung zur Eheschließung (früher „Aufgebot bestellen") ist frühestens sechs Monate vor dem Wunschtermin möglich – und genau diese sechs Monate solltet ihr bei beliebten Terminen auch ausreizen. Samstage im Mai, Schnapszahl-Daten wie der 27.06.2026 oder Termine rund um Weihnachten sind in vielen Städten schnell vergeben.

Zuständig ist das Standesamt an eurem Haupt- oder Nebenwohnsitz. Heiraten dürft ihr danach trotzdem in jedem Standesamt Deutschlands – ob im Standesamt in Berlin, auf einem Leuchtturm an der Nordsee oder in einem der schönsten Standesämter Deutschlands. Euer Wohnsitz-Standesamt leitet die Unterlagen dann einfach weiter.

Diese Unterlagen braucht ihr für das Standesamt

Für zwei volljährige, ledige Deutsche ohne Kinder ist die Liste angenehm kurz:

  • Gültiger Personalausweis oder Reisepass
  • Erweiterte Meldebescheinigung (nicht älter als sechs Monate, gibt es beim Bürgeramt)
  • Beglaubigte Abschrift aus dem Geburtenregister (beim Geburtsstandesamt erhältlich, oft online bestellbar)

Wart ihr schon einmal verheiratet, kommt der Nachweis über die Auflösung der letzten Ehe dazu, etwa das Scheidungsurteil mit Rechtskraftvermerk. Habt ihr gemeinsame Kinder, bringt deren Geburtsurkunden mit. Und bei ausländischer Staatsangehörigkeit wird es individuell – dann kann zum Beispiel ein Ehefähigkeitszeugnis nötig sein. Ruft in diesem Fall früh bei eurem Standesamt an, manche Dokumente brauchen mehrere Wochen Vorlauf. Einen guten Überblick über rechtliche Details gibt es bei anwalt.org.

Was kostet die standesamtliche Trauung?

Die Anmeldung zur Eheschließung kostet je nach Stadt meist zwischen 40 und 100 Euro. Dazu kommen kleinere Posten: Urkunden (je ca. 12–15 Euro), ein eventuelles Stammbuch und – falls ihr außerhalb der regulären Öffnungszeiten oder an einem besonderen Ort heiratet – Zuschläge von 50 bis über 300 Euro. Ein Samstagstermin im barocken Trauzimmer ist also teurer als der Dienstagvormittag im Amtszimmer, dafür aber auch ein anderes Erlebnis. Unterm Strich bleibt die standesamtliche Trauung mit insgesamt etwa 100 bis 500 Euro der günstigste Teil der Hochzeit – wie sich der Rest zusammensetzt, zeigt unser Beitrag Was kostet eine Hochzeit?.

So läuft die Trauung im Standesamt ab

Plant für den Termin selbst etwa 20 bis 30 Minuten ein. Der Ablauf ist fast überall gleich: Begrüßung durch die Standesbeamtin oder den Standesbeamten, Feststellung der Personalien, eine kurze, oft überraschend persönliche Ansprache, das Ja-Wort, auf Wunsch der Ringtausch – und dann die Unterschriften, mit denen ihr offiziell verheiratet seid. Trauzeugen sind übrigens seit 1998 keine Pflicht mehr, aber erlaubt: Bis zu zwei Personen dürfen unterschreiben. Was auf eure Begleitung zukommt, lest ihr im Überblick über die Aufgaben von Trauzeugin und Trauzeuge.

In vielen Standesämtern könnt ihr den Rahmen mitgestalten: eigene Musik (fragt vorher, ob eine Anlage da ist), ein kurzes Gedicht, persönliche Worte. Und klärt unbedingt, ob und wann fotografiert werden darf – während der Zeremonie gelten je nach Standesamt unterschiedliche Regeln, vor der Tür und beim Sektempfang seid ihr frei. Warum sich gerade für diesen kurzen, emotionalen Termin professionelle Bilder lohnen, erklärt unser Artikel über Hochzeitsfotos im Standesamt.

Drei Dinge, die Paare regelmäßig unterschätzen

Erstens: die Terminvergabe. In Großstädten öffnen manche Standesämter ihre Kalender nur monatsweise – wer flexibel ist, weicht auf Nachbargemeinden aus. Zweitens: die Zeit zwischen Trauung und Feier. Viele Paare heiraten standesamtlich im kleinen Kreis und feiern Wochen später groß, das nimmt enorm viel Druck raus. Drittens: den Moment selbst. Auch eine „nur formale" Trauung ist am Ende selten nur formal – packt Taschentücher ein, ihr werdet sie mit hoher Wahrscheinlichkeit brauchen.

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